Von Aline

Unfassbar!! Es hat tatsächlich geklappt! Hahhh!!! Aber von Anfang an…

Ich habe gerade ein Buch gelesen, das mich wirklich zutiefst angesprochen hat. Es ist das gleichnamige Buch eines mittlerweile 17-jährigen Mädchens namens Christina, die aus Toggendorf in der Schweiz kommt. Christina wurde, zumindest halte ich das für äußerst wahrscheinlich, mit einem erweiterten Bewusstsein geboren. Sie hat Zugang zu Bewusstseinsebenen, die zwar prinzipiell allen Menschen zugänglich sind, aber genau darin besteht ja die Kunst. Sie spricht u.a. daüber, dass die Kraft unserer Gedanken unvorstellbar mächtig ist, wenn sie von Herzens-Energie angetrieben wird. Ich habe schon ein paarmal selbst erlebt, dass Dinge die ich mir aus tiefstem Herzen gewünscht habe auch geschehen sind. Aber es ist mir immer erst im Nachhinein aufgefallen. Ob man wohl auch aktiv wünschen kann? Es muss natürlich im Rahmen des Machbaren liegen; lebendige rosa Einhörner gehen wohl eher nicht.

Seit gut einer Woche bin ich jetzt mit den Kids alleine an Bord der „Herz aus Gold“. Schtiwi ist mit Hannah und Maurice und der MOMO in die Weft „Curacao Marine“ gefahren. Kurz vor der Abfahrt wird es nochmal richtig spannend, weil der Schwenkkiel sich nicht mehr fixieren lässt.. Ein Gewinde dreht durch und das Problem kann nicht mal so eben behoben werden. Der Termin in der Werft ist aber heute. Wir haben nur dank des Rum-Punchs unseres lieben Segelfreundes Dirk von der Moin, der schon in der Werft ist und den Werftbesitzer beim netten Zusammensitzen „überzeugen“ konnte, uns doch noch einen Platz in der rappelvollen Werft zu geben. Wir haben bei einer ersten Anfrage leider eine Absage bekommen. Gott sei Dank hatte Dirks Strategie Erfolg. Mit der MOMO in ihrem momentanen Zustand nach Aruba zu segel, ist keine Option. Stephan entscheidet, mit halben Kiel die paar Seemeilen entlang der Küste hoch in die Marina zu motoren. Ich bin froh als sie gut angekommen sind!


Seitdem vertreiben wir uns die Zeit mit Spielen und Strandbesuchen. Irgendwann werden die Kids nörgelig. Mit der Andromeda, dem Boot von Ainar und Stephen und ihren Kindern Elliot, Collin, Mia und Sara, die vor ca zwei Wochen Richtung Kolumbien aufgebrochen sind, sind ihre letzten Spielfreunde gegangen. Die Streitereien zwischen Malte und Lennis nehmen zu. Das macht es an Bord oft stessig, weil die Stimmung entsprechend angespannt ist. Das kann so nicht weitergehen! Vor allem vor dem Hintergrund dass wir noch etliche Wochen allein vor uns haben und ich jetzt schon manchmal schreiend ums Bott schwimmen möchte..

Ich starte den Selbstversuch und wünsche mir aus tiefstem Herzen Alice, Hannes und ihre Kinder Kian und Liam von der Apatiki herbei. Mehr noch für die Kinder als für mich. Darin liegt ein Teil des Geheimnisses glaube ich. Man darf es sich nicht aus egoistischen Gründen wünschen. Aber es darf gut sein für einen Selbst. Und ein Wiedersehen mit meiner lieben Freundin Alice täte mir sehr gut!!! Ich wünsche mir also gut drei Tage lang intensiv, dass die Apatikiihren Weg zu uns finden möge. Und was soll ich sagen?!! Am vierten Tag erhalte ich Nachricht von Alice, dass sie in zwei Tagen in Curacao sein werden…. Wow!! Yeahh! Ich kann mein Glück garnicht fassen! Alles ist gut!

Man kann das natürlich als Zufall abtun, aber diese ganze Reise fusst darauf, dass wir es uns aus tiefstem Herzen gewünscht haben. Und einfach daran geglaubt haben dass es geschehen wird, wenn es sein soll. Die Bedingungen kann man wohl mäßig günstig nennen: Zwei Freiberufler, vier Kinder, davon Zwillinge im Babyalter, keine nennenswerten Rücklagen und ein äusserst überarbeitungsbedürftiges, kleines Boot in Griechenland. Aber irgendwie funktioniert es. Es kamen und kommen genau die Jobs die wir brauchen um alles zu bezahlen, Mieter die unser Hexenhäuschen lieben und zu allem noch der Bootswechsel. Ich bin einfach nur unfassbar dankbar. Und überwältigt davon, wieviel Kraft in unseren Gedanken und Wünschen zu stecken scheint.


Auf Reisen begegnen einem viele Menschen die Eines gemeinsam haben: Den festen Glauben daran, dass es gehen wird. Und eine gewisse Flexibilität, den Weg auch mal zu ändern, wenn es sich richtig anfühlt bzw. erforderlich ist. Man muss sich ein Stück weit treiben lassen, kann nichts erzwingen.

Aber man sollte echt aufpassen, was man sich wünscht. Auch mit Wünschen wie: Ich wünsche mir innerlich zu wachsen. Auf den Gedanken hat mich Hannes gebracht. Er meinte völlig zu Recht: „Aber woran wachsen wir? An der Bewältigung von Problemen“. Da ist was dran. Also vielleicht sicherheitshalber erstmal nur inneres Gleichgewicht wünschen…

Die Zeit mit der Apatikiist ist großartig. Wir quatschen wieder bis tief in die Nacht und verbringen fröhliche Tage mit Kindern, die glücklich sind. Jackpot!!

„Ich bin dankbar, tja, wem auch immer. Ein gesundes Herz, (zwei) vier gesunde Kinder!
Vieles erreicht, weil, viel gegeben, letzten Endes
hatte ich nur Glück! Ich liebe das Leben!“

Absolute Beginner „Gustav Gans“