Von Stephan

Als ich vor 20 Jahren das erste Mal durch die Karibik
gesegelt bin, gab es natürlich auch schon Katamarane – hier einen und dort mal
einen oder zwei. Das hat sich wohl gründlich geändert. Unglaublich, wie viele
Katamarane hier heutzutage unterwegs sind.

Hätte ich damals in Katamaran Aktien
investiert, hätten wir jetzt auch einen. Aktuell ankern wir in den Tobago Cays
und Lennis hat heute Morgen mal gezählt: 7 Segelboote auf 13 Kats und hinten am
Horizont kommen schon die nächsten zwei. Die Vorteile liegen auf der Hand. Sie
liegen ruhiger im Wasser, schieben kaum Lage und haben zwei Maschinen, was das
Ganze besonders für die oft nur teilweise segelaffinen Crews recht attraktiv
macht. Doch allem voran ist auf diesen schwimmenden Ferienhäusern so
unglaublich viel mehr Platz als auf einem gleichlangen Einrumpfboot, dass man
aufpassen muss nicht doch heimlich ein bisschen neidisch zu werden.

Aber! Das
ist nur die eine Seite der Medaille. In unserer letzten Ankerbucht, der Salt
Whistle Bay auf Mayreau waren wir umzingelt von großen Katamaranen, alle 45 –
60 Fuß lang. Abends saßen wir im Cockpit in dieser wunderschönen Bucht und es
hatte den Charme eines Industriegebiets. Diese meist hell erleuchteten
Wasserschlösser haben nämlich offenbar ein dezentes Energieproblem. Die
Beleuchtung, der Watermaker, die 2 Kühlschränke, das Eisfach, jede Menge
Elektronik, die elektrischen Pumpen, der Heißwasserboiler…. und natürlich die
Klimaanlage wollen ja schließlich betrieben werden.

Die geniale Lösung: Der
Stromgenerator oder der Motor läuft etliche Stunden am Tag durch und so wird –
bbbbrrrbbbrrbbbbbrrrrrrrrrr – ihr Energieproblem ruckzuck zu unserem. Unsere Lösung: Wir verziehen uns an einen ruhigeren Ort. Petit Tabag ist unser nächstes Ziel!